03.09.2009
Frühjahrs-BIAS in Wien
Text: Birgit Tegtbauer

Zweimal jährlich treffen sich die Mitglieder des Bundesinnungsausschusses zu Sitzungen, um aktuelle Themen zu besprechen und Beschlüsse zu fassen – im Frühjahr traditionell in der Wirtschaftskammer Österreich, respektive dem Haus der Bauinnung in Wien.
Die aktuelle Frühjahrs-BIAS (Bundesinnungsauschuss-Sitzung) fand vor kurzem, am 13. Mai, statt. Bundesinnungsmeister KommR Horst Petschenig freute sich, fast alle Ausschuss-Mitglieder aus ganz Österreich in Wien begrüßen zu dürfen und startete die Sitzung mit seinem Bericht. Dabei informierte er über die aktuelle OIB-Richtlinie: Am 23. April hatte eine Besprechung zum Thema ESG in der Fassade über vier Meter statt gefunden, bei der die Bundesinnung vehement gegen die vom OIB in ihren FAQs kurzfristig geänderte Auslegung der Richtlinie protestiert hat. Demnach soll ESG in der Fassade über vier Meter nur noch mit vierseitiger Lagerung und Heat-Soak-Test möglich sein.
Seitens der MA39 wurde die Rückkehr zur ursprünglichen Auslegung aufgrund entsprechender Versuche und Prüfungen aber strikt abgelehnt. Allerdings wurden die von LIM Ing. Bernhard Feigl erstellten Anregungen zu praktikablen Änderungen überreicht. Die Bundesinnung wird weiter versuchen, praktikable Lösungen zu erarbeiten.
Nun soll ein Schreiben an Bundesminister Mitterlehner verfasst werden.
Auch zum gewünschten neuen Lehrberuf Glasbautechniker gab es keine wirklich positiven Neuigkeiten: „Die Verhandlungen zum Lehrberuf wurden im Unterausschuss des BBAB Mitte März abgeschlossen. Doch die Beschlussfassung konnte bis jetzt nicht erfolgen, weil die Gewerkschaft nachträglich Lehrberufsverwandtschafts-Regelungen einfordert. Auch hier beleiben wir natürlich dran!”, so Horst Petschenig. Aber die Vorbereitungen zum neu entwickelten Glasstatik-Programm sind in der Zielgeraden: Im Herbst sollen die ersten Kurse gestartet werden, damit interessierte Glaserbetriebe in Zukunft selbst statische Berechnungen durchführen können.
Nach den Tagesordnungspunkten Rechnungsabschluss 2008, Voranschlag 2010 und der Grundumlagenausschuss-Sitzung, vorgetragen und geleitet von Bundesinnungsgeschäftsführer Mag. Franz Stefan Huemer informierte Bundeslehrlingswart Günther Reisch zu aktuellen Lehrlings-Themen: Darunter die Arbeiten am neuen modularen Lehrberuf Glasbautechniker, der Besuch der Messe „glasstec” mit dem Gewinner des letzten Bundeslehrlingswettbewerbs, und der Ablauf des diesjährigen Wettbewerbs, der von 8. bis 10. Juli in Kramsach statt findet.
Die Wirtschaftsberichte aus den Bundesländern bildeten danach den vorletzten Programmpunkt. Den Anfang machte LIM Reinhard Fiechtl aus Tirol, der allerdings von einem negativen Konjunkturbarometer berichten musste: „Die Aufträge gehen zurück, die Auslastungen sind sehr kurz und die Preissituation ist furchtbar, wir haben Preisrückgänge von bis zu 20 Prozent.” Ganz anders in Oberösterreich, LIM Siegfried Seidl und seine Kollegen freuen sich über sehr gute Auslastung – von der Krise sei nichts zu bemerken, so Seidl.
In Nieder-österreich sieht es nicht ganz so rosig aus, aufgrund der Größe des Bundeslandes ist ein Überblick sehr schwierig, aber die Auftragslage insgesamt eher mäßig, so Martin Hofmayer. Auch in Salzburg merkt man leichte Einbrüche im Vergleich zum Vorjahr, und auch eine starke Tendenz von immer mehr Glasarbeiten in Kombination mit Metall und Holz.
Auch KommR Helmut Mager berichtete über eine durchwachsene Auftragssituation der Wiener Glaser.
Ganz ähnlich sieht es in Kärnten aus, so LIM Mag. Christian Starzacher, dafür freut er sich über die Verdoppelung der Lehrlingszahlen. Ganz gut sieht die Wirtschaftssituation der Glaser im nördlichen Burgenland aus, im Süden ist sie eher mäßig, aber von einer echten Krise könne man nicht sprechen, berichtete Erwin Hautzinger. Reinhard Hirschmugl machte den Abschluss der Bundesländerrunde und informierte über wirtschaftliche Probleme mancher großer Betriebe, jedoch eine bessere Situation der steirischen KMUs im Glasbereich.
Den Abschluss des Sitzungstages bildete schließlich der letzte Tagesordnungspunkt „Neuorganisation der Innungen – Zusammenarbeit ab 2010”, der – ein Vorgeschmack auf 2010 – gemeinsam mit dem Ausschuss der Bundesinnung der Dachdecker statt fand. Dabei informierte Horst Petschenig mit dem Bundesinnungsmeister der Dachdecker, KommR Walter Buchegger über die Ergebnisse der letzten Besprechung „Neuorganisation der Innung – Zusammenarbeit ab 2010” der Vorstände der Bundesinnungen der Dachdecker und Pflasterer, der Glaser und der Spengler und Kupferschmiede.
In dieser Besprechung hat man sich darauf geeinigt, dass die Geschäftsstelle der neuen Bundesinnung ab 2010 in der Bundesinnungsgruppe Baunebengewerbe angesiedelt wird. Des Weiteren wurde angeregt, dass sich der Vorstand aus jeweils einem Vertreter der Innung der Dachdecker, der Innung der Glaser und der Innung der Spengler und Kupferschmiede zusammensetzen soll. Die fachspezifischen Bereiche des Budgets sollen in einzelnen Rechnungskreisen dargestellt werden. Erste gemeinsame Schritte sind jedenfalls getan ...



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