06.12.2009
Exquisite Gläser
Die Faszination dieser beiden zarten Materialien Glas und Porzellan begann schon die Eigentümer von Wunderkammern zum Ankauf zu bewegen, die Vorliebe dafür setzte sich in der Renaissance und Barock fort, bis im 18. Jahrhundert das Porzellan in Europa erfunden wurde. Höhepunkt der Glasmalerei war dann das Biedermeier.
Die Glassammlung Christian Kuhn. Christian Kuhns Sammeltätigkeit ist seit etwa 35 Jahren auf die Glaskunst des Biedermeier konzentriert. „Die Besonderheit eines Biedermeier-Glases unterliegt unterschiedlichen Kriterien. So kann sowohl die präzise und perfekte Ausführung des Schnittes, wie in den Porträts des Glasschneiders Dominik Biemann (1800-1857) als Qualitätsmasstab dienen, als auch die Motivwahl ausschlaggebend sein”, so Christian Kuhn.
Mit dem erwachenden Interesse für die Natur im 19. Jahrhundert begannen Schlossbesitzer ihre Parks in englische Landschaftsgärten umzuwandeln, Maler Naturschönheiten im Bild festzuhalten, und Adelige wie Bürger holten sich Landschaften und Stadtansichten in ihre Wohnungen – nicht nur auf Ölbildern und Aquarellen sondern auch auf Andenkengläsern.
Ein berühmter Meister für Gläser mit Stadtansichten, Blumen und Tieren war Anton Kothgasser (1769-1851) – seine Ranftbecher mit dem Schliffstern an der Unterseite zählen heute zu den kostbarsten Objekten einer Sammlung. Kennt man eigentlich nur noch die hervorragenden Künstler wie Samuel Mohn (1762-1815) oder Friedrich Egermann (1777-1864), so lernt man in der aktuellen Ausstellung unbekannte Werke vorwiegend böhmischer Glas-Künstler kennen
Schwerpunkt: Steingläser. Diese opaken Gläser aus böhmischen Hütten täuschen Halbedelsteine und Mineralien vor, zeigen einzigartige Farbeffekte und Marmorierungen und kamen dem Interesse für Steine, Erze und ganz allgemein für Mineralien entgegen. Christian Kuhn: „Als künstlerische Kleinode anzusehen, die vorwiegend zwischen der Mitte der 1820er bis zur Mitte der 1830er Jahre entstanden, weisen die Steingläser auf den Höhepunkt der Glasproduktion in Böhmen hin, der in der Manufaktur Lötz mit der Imitation von Halbedelsteinen sowie der Technik des Irisierens gipfelte.”
Die Herstellung von Steinglas beginnt mit in der Masse gefärbtem Glas, es entsteht der Rohling, der meist von Glasschleifern mit Dekoren versehen wird. Dann kann das Glas außen oder innen oder beides mit einer Beize überzogen und nochmals gebrannt werden. Während des Brennens werden die im Grundglas enthaltenen Schlieren deutlich sichtbar und es entstehen feine Marmorierungen.
Rudolf von Strasser. Rudolf von Strasser ist der Fachwelt als Glassammler bekannt. Diesmal werden seine Wiener Porzellane gezeigt, die mit ihrem Farbenreichtum einen guten Vergleich mit den Glasprodukten des 18. und 19. Jahrhunderts ermöglichen.
(Redaktion: Helga Högl)





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