06.12.2009
Mit Innovationen erfolgreich die Zukunft gestalten
und Energieeffizienz nur mit innovativer Technik zu erreichen ist.

Die über 1.000 Teilnehmer aus 27 Ländern an den diesjährigen Rosenheimer Fenstertagen wurden bereits von der Ansprache der Rosenheimer Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer positiv eingestimmt als sie forderte: „Der Bund muss die Rahmenbedingungen für energetisches Bauen verbessern, denn das verbessert das Klima und schafft Arbeitsplätze” – das würden die Experten aus der Branche gerne auch aus Berlin hören.
Die Rosenheimer Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer verband in ihrem Grußwort die Themen Klimawandel, Energiewende, Nachhaltigkeit und Innovationskraft sehr überzeugend. Mit ihrem Fazit „Es sind und bleiben Techniker und Erfinder, die die Menschheit voranbringen – nicht Bürokraten und Bedenkenträger” stimmte sie die über 1.000 Teilnehmer auf die weiteren 30 Vorträge ein.
Der Institutsleiter des ift Rosenheim, Ulrich Sieberath, zeigte anhand zahlreicher Details die Auswirkungen auf die Branche aufgrund geänderter Rahmenbedingungen in Deutschland. Hier sind neben dem Wärmeschutz vor allem
Sicherheitsaspekte zu beachten. Davon profitieren Hersteller von Fenstern, Fassaden, Gläsern und Sonnenschutzsystemen mit geeigneten Konstruktionen und aussagekräftigen Kennwerten und Nachweisen.
Nachhaltiges Leben, Wirtschaften und Wohnen wurden auch vom Direktor des Fraunhofer Instituts für Arbeitswissenschaften und Organisation (IAO), Dr. Ing. Wilhelm Bauer, als globaler Megatrend bezeichnet, denn das weltweite Bevölkerungswachstum wird sich noch stärker in den Städten abspielen, die Wohlstand und Zukunft versprechen. Bestehende Megacities werden weiter wachsen und neue Städte entstehen, die den Gesetzen der Nachhaltigkeit folgen müssen. Deshalb werden für neue Gebäude immer stärker Nachweise und Zertifikate für die Nachhaltigkeit nachgefragt. Neben den international bekannten Systemen LEED (USA) und BREEAM (Großbritannien) gewinnt auch das deutsche Nachhaltigkeitszertifikat der DGNB (Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen) an Bedeutung. Der Umbau internationaler Industrieunternehmen zu Umweltkonzernen, beispielsweise Bosch, zeigt nachdrücklich, dass sich hier ein mächtiger globaler Trend etabliert. Und deshalb lautete das Fazit von Wilhelm Bauer: „Mit Technik und Innovationen können wir die Zukunft meistern.”
Als nächster Plenumsreferent kam Dr.-Ing. Martin Elsberger als Vertreter der Generaldirektion Energie und Verkehr der EU-Kommission auf die Bühne, um von der Novellierung der „Europäischen Richtlinie zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden” zu berichten. Die Richtlinie spielt in der Kommission eine strategische Rolle, denn es gilt die versprochenen Klimaziele zu erreichen, eine nachhaltige Konjunkturförderung im Baubereich zu sichern und die Abhängigkeit von Energieimporten zu reduzieren.
Am Freitag schilderte Ulrich Stallmann als Vorsitzender des Arbeitskreises Hamburger Wohnungsbaugenossenschaften e.V. im Plenum die Entwicklungen aus Sicht der Wohnungswirtschaft, die für die Gebäudesanierung eine gewichtige Rolle spielt. Vor dem Hintergrund sinkender Realeinkommen und Renten, stagnierender Mietpreise sowie eines zunehmenden Wohnraumleerstandes war sein Credo „Die Budgets werden geringer, die Kunden kritischer und Spielraum für Preissteigerungen gibt es nicht” wenig erbaulich. Die nachfolgenden Tipps zum Umgang mit Wohnungsbauunternehmen als nachhaltig agierenden Investoren waren für die anwesenden Unternehmer allerdings sehr interessant. Neben einem marktgerechten Preis sind eine Top-Montage durch den Verarbeiter sowie verlängerte Garantiezusagen und damit verbunden geringere Wartungs- und Unterhaltskosten für eine Auftragsvergabe entscheidend. Dies umfasst auch die Reduzierung des Haftungsrisikos durch mangelhafte Produkte, beispielsweise die Nutzungssicherheit von automatischen Türen, oder eine umfassende Produktdokumentationen, die bei Schadensfällen für die Analyse der Schuldfrage unerlässlich ist. Insbesondere Anbieter mit gewerkeübergreifenden Lösungen, qualitativ hochwertigen Produkten mit fachgerechter Ausführung und Service haben gute Chancen Wohnungsbaugesellschaften als treue Kunden zu gewinnen.
Den Schlusspunkt der Plenumsreferenten setzte am Freitag Alexander Rieck, der als Leiter des Fraunhofer Verbundprojekts FUCON (Future Construction) sehr anschaulich das Bauen der Zukunft beschrieb. Neben ständigen Innovationen auf Produktebene werden große Bauprojekte zukünftig gemäß den Regeln industrieller Produktion und industriellen Engineerings erfolgen, wie aus der Automobil- und Flugzeugbranche bekannt. Eine zentrale Rolle spielt deshalb das „Parametrische Konstruieren”, bei dem von Beginn an die Eigenschaften von Werkstoffen, Konstruktion und den Fertigungsprozessen in die Planung und Gestaltung von Gebäuden eingehen. So lassen sich erhebliche Effizienzpotentiale bei Material, Zeit und Kosten generieren, beispielsweise durch die Ausnutzung maximaler Abmessungen und schnellerer Fertigungsverfahren. Wer nun meint, dass die Kunst und die Tradition des Bauhandwerks aussterben, liegt falsch. Auch in Zukunft sind qualifizierte und erfahrene Bauhandwerker notwendig, um die innovativen Produkte im Neubau und vor allem im Bestand fachgerecht zu montieren. Mit seinem Fazit „Wir haben in Deutschland führende Bautechnologien und hervorragend qualifizierte Ingenieure und Facharbeiter, aber wir sind in der Umsetzung zu langsam und zögerlich” mahnte er die anwesenden Experten der Fenster-, Fassaden- und Glasbranche zu beherzterem Handeln und zu schnellerer Umsetzung innovativer Technologien.
In den weiteren Vorträgen der sechs Themenblöcken wurde eine Vielzahl innovativer Technologien sowie wichtiger Neuerungen aus Normen und Fachregeln vorgestellt. Dies reichte von Neuigkeiten zur Vakuumverglasung oder Elektronik in Bauelementen über Austauschregeln zur Vereinfachung der Nachweise bis zur Bewertung von Energiegewinnfenstern. Die anwesenden Führungskräfte und Entscheider nahmen so wichtige Anregungen und Impulse mit nach Hause, um für zukünftige Produktentwicklungen und Strategien fundierte Entscheidungen treffen zu können.
Der Tagungsband mit Textmanuskripten als Druckfassung und einer CD-ROM mit autorisierten Vortragsfolien als PDF-Datei ist sicher eine interessante „Fundgrube” für Experten, die nicht zu den Rosenheimer Fenstertagen kommen konnten. Er ist online unter www.ift-rosenheim.de/literaturverkauf in Auszügen einsehbar und für 75 Euro zzgl. MwSt. beziehbar.

GLAS
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Der österreichische Wirtschaftsverlag gibt ab sofort das Consumermagazin für Unterhaltungs-elektronik allesdigital.at heraus und übernimmt das dazu gehörige Webportal allesdigital.at
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