20.04.2009
Kostbare Schenkungen
Die in Thüringen angesiedelte Glasbläserstadt Lauscha zeigt im Museum immer wieder Sonderausstellungen, die den hohen Rang und die Tradition der Glasbläser präsentieren. Die Museumsleitung sammelt, dokumentiert und erforscht, wozu eine Bibliothek mit ca. 3.000 Büchern und Zeitschriftenbände zählt. In den Räumen findet der Besucher Exponate vom frühen Waldglas über höfische und bürgerliche Prunkgefäße, Glasperlen, Glasaugen, Spielzeug und technisches Glas bis zum Kunsthandwerk und zur Glaskunst der Gegenwart. Dem in Lauscha entwickelten Christbaumschmuck ist ein eigener Raum gewidmet, und in der historischen Glasbläserstube kann die traditionelle Herstellung von diesen zarten Gebilden nachvollzogen werden.
Durch Schenkungen von einheimischen und auswärtigen Glas-Sammlern konnte der Museumsbestand erweitert werden. Direktor Günter Schlüter will diese Neuerwerbungen nun in
einer Ausstellung würdigen.
Über 40 Objekte – vorwiegend aus den 80er Jahren – von Lauschaer Glaskünstlern wie Otto Schindhelm, Albrecht Greiner-Mai, Hubert Koch, Hartmut Bechmann, Ernst Precht, Albin Schädel und Ilse Scharge-Nebel u.v.a. sind Inhalt der Ausstellung. Besonders hervorzuheben sind die Schenkungen von Ursula Voigt aus Rudolstadt und von Anneliese Chemnitzer aus Fürth aus dem Jahr 2008. Frau Voigt überließ wesentliche Teile einer Glassammlung ihres Vaters, des früheren Direktors des Thüringen Museum in Eisenach, Helmut Scherf, dem Museum.
Jubiläumsausstellung Hartmut Bechmann „Wege zum Glas”. Der 70. Geburtstag des Glaskünstlers und Bildhauers Hartmut Bechmann ist Anlass, ihn und sein Werk im Museum zu würdigen. Beide Materialien, Glas und Stein, verlangen hohe Konzentration, genaues Materialwissen und klare Gestaltungsvorstellungen.
Hartmut Bechmann, 1939 in Ernstthal geboren, begann die Ausbildung zum Glasapparatebläser in Jena. Die weitere Entwicklung inkludierte ein Studium an der Fachschule für Angewandte Kunst in Schneeberg und führte schließlich zum Glaskünstler und zur freischaffenden Tätigkeit ab 1974. Auf seinem Weg zum Glas traf er auch Persönlichkeiten wie Albin Schädel, Prof. Ilse Decho und Dr. Fritz Kämpfert, die entscheidenden Einfluss auf seine künstlerische Entwicklung hatten.
Die Lauschaer Ausstellung beschränkt sich auf das glasgestalterische Schaffen des Jubilars und stellt ihn in Kontext mit zeitgenössischen Strömungen. Museumsleiter Günter Schlüter: „Wege zum Glas – das sind bei Bechmann differenzierte Umgangsformen mit dem Werkstoff Glas, das ist die Ausübung unterschiedlicher glastechnischer und glaskünstlerischer Berufe und Tätigkeiten, aber das ist auch eine absolute Treue zum eigenen Stil mit dem Werkstoff Glas. Hartmut Bechmann liebt die Klarheit der Form, er ist für klare Botschaften. Ob in der Lampentechnik, der Ofentechnik oder der beide vereinenden Kombinationstechnik, er ist seinen Vorstellungen zum Umgang mit dem Werkstoff Glas treu geblieben. Sein Weg war immer durch das Gefäß bestimmt. Figürliche Darstellungen hat er sich in Glas nicht erlaubt.”





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