Nach dreieinhalb Jahren Planungs- und Bauzeit konnten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Vorjahr ihren neuen Arbeitsplatz beziehen. Ihr Arbeitgeber, die VHV, bekennt sich mit der Investition in Höhe von rund 90 Millionen Euro zum Standort Hannover (D) und sieht in dem Neubau ein sichtbares Zeichen für den Wachstumskurs und das räumliche Zusammenwachsen, das sich auch in der architektonischen Umsetzung widerspiegelt.
Das hannoversche Architekturbüro BKSP Grabau Leiber Obermann & Partner entwarf den Gebäudekomplex. In direkter Nachbarschaft zum alten, weiterhin genutzten Verwaltungsgebäude gelegen, addiert sich der Neubau aus einem Ensemble von drei Einzelgebäuden mit jeweils sechs bis sieben Obergeschossen und einem gläsernen Atrium, das den zentralen Raum des Neubaus bildet und als räumliches Entree dient. Die obergeschossigen Flächen der drei Bürogebäude sind durch Treppen, Aufzüge und Brücken miteinander verbunden. In ihrem Inneren trifft man auf ein flexibles Raumkonzept mit Teambüros und modernen Arbeitsplätzen.
Bei der Gebäudeplanung wurde besonderen Wert auf ein einheitliches kombiniertes Energie- und Fassadenkonzept gelegt. Sowohl der Kühl- und insbesondere der Heizenergiebedarf werden durch Gläser und Fassadenelemente reguliert. Großen Anteil daran haben die mehr als 9.000 Quadratmeter Zwei- und Dreifach-Wärmeschutzisoliergläser von Flachglas Radeburg, einem Tochterunternehmen der Saint-Gobain Deutsche Glas. Sie halten die benötigte Heizenergie im Raum, die zu rund 75 Prozent über 84 Erdsonden und Wärmepumpen sowie für die Spitzenlast über Fernwärme gedeckt wird. Heizkörper sucht man in dem gesamten Gebäude vergebens, statt dessen wurden die Betondecken in allen Zimmern thermoaktiv ausgeführt, das bedeutet, sie können Wärme oder auch Kälte speichern und an die Räume abgeben. Das neue VHV-Verwaltungsgebäude ist mit diesen Dimensionen der Energieanlagentechnik in Sachen Energieeffizienz und Ressourcenschonung auf dem neuesten technischen Stand.
Die Gebäudefassade ist durch die verwendeten Sicherheitsgläser „SGG Seralit" nicht nur gut vor Wind- und Klimalasten geschützt, die Glasfassade ist auch mit verschiedenen Mustern zartgrün bedruckt und gestaltet den Neubau auch optisch ansprechend. Zu den Straßenseiten hin sind die Muster streng geometrisch, in den Innenhöfen überwiegen freiere Motive.
Auf den zwei Untergeschossen des Gebäudes mit ihren 20.000 Quadratmetern geht es mehr um Funktionalität als um Optik. Hier befinden sich ein Parkhaus mit rund 450 Stellplätzen, die Haustechnik und ein Lager. Glücklich mit dem Neubau sind Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil und Uwe H. Reuter, Vorstandsvorsitzender der VHV Holding AG. Beide sehen in dem neuen Gebäudekomplex einen architektonischen, ökologischen und ökonomischen Gewinn für Stadt und Unternehmen. Auch der Mitarbeiter-Nachwuchs profitiert von dem Projekt: Der unternehmenseigene Kindergarten wurde von bisher 25 auf 50 Plätze für die ganztägige Betreuung erweitert. Die Schulkinder der benachbarten Grundschule Brüder Grimm freuen sich über einen Zuschuss von 15.000 Euro, mit denen der Spielplatz erneuert wird.
Als Bauherr für die neue Hauptverwaltung zeichnet die Hannoversche Lebensversicherung AG verantwortlich, als Generalunternehmer fungiert die Investa Projektentwicklungs- und Verwaltungs GmbH. Ausführender Metallbauer war die Sommer Fassadensysteme-Stahlbau-Sicherheitstechnik GmbH aus Döhlau (alle Deutschland).