01.07.2010
Schwerpunkt Glaskunst inmitten der Thermen
In der Nähe von Montegrotto Terme liegt in den grünen euganeischen Hügeln Italiens das Internationale Museum für Glaskunst und Thermen.
Die Landschaft von Abano Terme und Montegrotto Terme bot mit heißen Quellen schon den Römern Erholung und Heilung. Bald begann eine rege Siedlungstätigkeit, wovon viele Grabungsfunde erzählen.
Heute stehen am Hauptplatz in Montegrotto Terme vor dem Rathaus große bunte Glasflächen des Glaskünstlers Del Negro, richtungsweisend zum Weg des Museums. Nach 20 Minuten Fußweg findet man zur Villa Draghi aus dem 19. Jahrhundert, ein in den Wurzeln römisches Landhaus, in dessen Nebengebäude das Glasmuseum untergebracht ist. Als es im Jahr 2005 eingeweiht wurde, sollte es kulturelles Zentrum für Geschichte und Kultur der Glaskunstmeister werden. Heute beherbergt es mehr als 500 Werke, die bei einem Rundgang mit leuchtenden Farben die kostbare Machart und exzellente Technik präsentieren. Der Saal mit dem Namen „Historische Gläser aus Muran" bietet Objekte der berühmten Manufakturen, von Cenedese und Söhne bis Giuman, Masciarelli, Venini, Giampaolo Seguso und den Brüdern Toso. Aus dem Tätigkeitsbereich des 20. Jahrhunderts, als sich Designer im Glasgewerbe zu etablieren begannen, sieht man unter anderem „Tre dita" (1960) von Alfredo Barbini, der als Gründer der Glasplastik gesehen wird. Außerdem eine rote Vase vom Architekten Carlo Scarpa, der bereits in jungen Jahren als Artdirektor in der Glasfabrik Maestri Vetrai Muranesi Cappellin & Co. und dann als Mitarbeiter bei Venini angeworben wurde.
Aus unmittelbarer Nähe, aus Abano Terme, stammt der Glaskünstler Del Negro. Er verbindet Metall und multifarbenes Glas zu eindrucksvollen Skulpturen, die man auch im Thermen-Café in Abano sehen kann.
Dass Glas nicht unbedingt rund geformt sein muss, beweisen die künstlerischen Glasflächen des Meisters Bressan. Eindrucksvoll sind die Kelche und Luster von Giordano Guarnieri, und letztendlich die besondere Sammlung seltener Likörflaschen der Firma Luxardo.
Glas und Venedig
Möchte man auf die Frühzeit der venezianischen Glaserzeugung zurückgehen, so stützt man sich auf Glasfragmente aus dem 7. Jahrhundert v. Chr., die während Ausgrabungen in Torcello und Murano Mitte des 20. Jahrhunderts gemacht wurden. Von einer Manufakturaktivität kann man erst im 12. Jahrhundert n. Chr. sprechen, als Handelsbeziehungen mit dem Orient etabliert und raffinierte Glastechniken bekannt wurden. Im Jahr 1291 bestimmte ein Dekret in Venedig, dass die städtischen Brennöfen auf die Insel Murano zu verlegen sind, da sehr hohe Brandgefahr in der engen Altstadt Venedigs bestand.
Mit der Zeit übernahm die venezianische Glasbläserkunst eine unbestrittene Führerrolle und profilierte sich mit der Erfindung neuer Techniken in Bezug auf Dekor, Schliff und Farben.
Bei Spaziergängen in Venedig findet man in jeder Gasse die mit Gläsern überquellenden Geschäfte, die einerseits Kunst und andererseits Souvenirs anbieten, aber beides mit qualitätsvollem Material in bewährter Murano-Technik.
Konzentrierten Überblick über die Entwicklung der italienischen Designer mit originellen Entwürfen bietet des Internationale Museum für Glaskunst, und einen Ausflug nach Montegrotto Terme sollte man beim Besuch von Venedig oder Padua unbedingt einplanen.
Museum für Glaskunst und Thermen, Via E.Fermi 1,I-35036 Montegrotto Terme (Padova), T: +39/04989/106 35, E: museovetro@gmail.com ,
I: www.museodelvetro.it
(Redaktion: Helga Högl, Glas)




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